Drei Jahre danach: wir gedenken der Opfer von Oslo und Utøya.

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Heute jährt sich das grausame Attentat Anders Behring Breiviks bei dem 77 Menschen ums Leben kamen bereits zum dritten Mal.1-format27

Am 22. Juli 2011 um 15.22 explodierte im Zentrum der norwegischen Hauptstadt Oslo eine 950kg Autobombe, die acht Menschen das Leben kostete. In dem Regierungsviertel, in dem die Bombe zündete befand sich in unmittelbarer Nähe nicht nur das Öl- und Energieministerium, sondern auch das Büro des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg.

Etwa eineinhalb Stunden später, um 16.57 erreichte Breivik, als Polizist verkleidet, die kleine Insel Utøya auf der sich etwa 560 Mitglieder der sozialdemokratischen Jugendorganisation „Arbeidernes Ungdomsfylking“ (AUF) aufhielten. Er ließ die Jugendlichen zusammenkommen, um sie angeblich über den Bombenanschlag in Oslo zu informieren und eröffnete dann aus einer halbautomatischen Waffe das Feuer. Er machte dabei gezielt Jagd auf Fliehende und exekutierte Verletzte, die sich tot stellten. Er tötete insgesamt 68 Menschen bevor er schließlich von der Polizei festgenommen werden konnte. Ein Überlebender erlag später seinen schweren Verletzungen.

Ein Mann der auf eine Ferieninsel fährt, um 69 Jugendliche zu töten. Diese unglaubliche Tat erschüttert uns zutiefst und unser aufrichtiges Beileid gilt heute den Angehörigen der Opfer und den Überlebenden.

Wir fühlen Fassungslosigkeit, Trauer und Wut, aber auch große Besorgnis. Denn das Attentat war nicht einfach der Amoklauf eines Verrückten. Es war politisch motiviert. Er suchte sich als sein Ziel die Arbeiderpartiet und ihre Jugendorganisation aus, weil sie sich für eine menschenfreundliche Immigrationspolitik und eine multikulturelle Gesellschaft einsetzten. In seinem 1500-seitigen Pamphlet, welches er kurz vor der Tat an die Medien sandte, stilisiert er sich zum Retter einer christlich-europäischen Ordnung. Sein „Manifest“ ist ein Sammelsurium an Texten von Rechtspopulisten und Islamophoben, die allesamt vor der drohenden Islamisierung Europas warnen. Und obwohl Breivik diese Ängste sicherlich sehr extrem auslegte und sich jeder der zitierten Autoren damit beeilte das Attentat zu verurteilen, zeigt es doch den menschenverachtenden Kern dieser Ideologie. Sie schürt Angst vor Fremden und zieht Gräben, wo keine sind. Sie wendet sich gegen ein friedliches Zusammenleben von verschiedenen Kulturen und entfremdet den Menschen von seinem Wunsch nach Harmonie. Dass sich dieses spannungsgeladene Gemisch aus Angst und Hass immer öfter in Gewalt entlädt, sollte spätestens seit dem NSU-Terror niemanden mehr überraschen.

Friede und Freundschaft mit allen Menschen, egal welcher Hautfarbe, welchen Geschlechts oder welcher Nationalität, sollte unser aller Ziel sein und ist das einzige Mittel, um solche Gewalt zu verhindern. Deshalb ist es wichtig fremdenfeindliches Gedankengut zu bekämpfen. Überall, wo wir uns bewegen, sei es in unserer Schule oder in unserem Betrieb, heißt es dagegen anzugehen und nazifreie Zonen zu schaffen. Wir müssen uns in breiten Bündnissen organisieren, um friedlich zu protestieren und Bewusstsein für einen menschenfreundlichen Umgang miteinander zu schaffen.

Unite steht tatkräftig an der Seite von allen Kräften, die dieses Ziel ebenfalls verfolgen und hat offene Arme für alle Jugendlichen, die sich organisiert gegen Rechts einsetzen wollen. Denn nur gemeinsam können wir etwas erreichen und für eine Zukunft sorgen, in der Rassimus und Fremdenfeindlichkeit nie wieder Jugendlichen das Leben kosten werden.

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